Grappa
Grappa ist eine ausschliesslich italienische Spezialität, die aus dem Trester (=die Schalen ausgepresster Weintrauben) gewonnen wird. Die Heimat der Grappa sind die nördlichen Regionen Italiens bzw. einige der südlichen Regionen des früheren Kaiserreiches Österreich-Ungarn: Trentino, Friaul, Venetien, Lombarei und Piemont. Ab dem 17./18. Jahrhundert hat sich - von den Klöster ausgehend - das Schnapsbrennen verbreitet.
Acquavite oder Uvedilanga sind 2 Ausdrücke, die Sie vielleicht im Zusammenhang mit Grappa schon gehört haben. Beide Ausdrücke stehen für eine weitere typisch italienische Spezialität, die streng genommen kein Grappa ist. Während der Grappa ein reiner Tresterbrand ist, wird beim Acquavite die ganze Frucht mit Fruchtfleisch verwendet, deshalb ist ein Acquavite fruchtiger als ein Grappa.
Fassausbau oder nicht? Ein klarer Grappa oder Acquavite hat kein Fassausbau, hat eine Abfüllung bereits ein wenig Farbe, dann handelt es sich um einen Brand mit Fassausbau. Je länger ein Brand in einem Fass reift, desto mehr Farbe erhält er. Eine Edelspirituose mit Fassausbau verliert an Fruchtigkeit, wirkt aber ründer und süsser. Die meisten Grappaliebhaber ziehen die Abfüllungen mit Fassausbau den Klaren vor, weil der Gesamteindruck (Nase-Mund-Abgang) einfach harmonischer ist.
Purer Genuss - Grappa ist zum abrundenden Element niveauvoller Ess- und Trinkkultur geworden. Grappa gilt heute als edles Destillat und steht für Lebensart, Gastlichkeit und Geselligkeit. Und auch die Küche mag vielfach auf Grappa als besonderes Geschmacksvergnügen nicht verzichten.
